Street View und kein Ende

Von , 28. August 2010 21:05

Nach der Bekanntgabe von Google, sein Online Tool Street View noch in diesem Jahr auch in Deutschland zu eröffnen, kam es zu heftigen Gegenreaktionen seitens der Deutschen. Die Selbstverständlichkeit mit der das Unternehmen das Recht für sich beanspruchte, Häuser und ihre Bewohner zu zeigen, empfinden die meisten Menschen als Zumutung. Zwar räumte Google ein, dass auf Anfrage Gesichter, Fahrzeugkennzeichnung und Hausnummern unkenntlich gemacht werden können, aber ein großer Nutzen für die anonym bleiben wollenden Menschen ist das nicht, wenn neben ihren gepixelten Hausnummern die Nummern ihrer Nachbarn zu sehen sind. Außerdem haben sich bereits erste selbst ernannte Internetpiraten gemeldet, die vorhaben gepixelte Adressen heraus zu suchen, um diese gesondert im Internet zu veröffentlichen. Zwar gibt es in Deutschland kein Recht am Abbild des Eigentum, Häuser dürfen also durchaus fotografiert und die Bilder veröffentlicht werden, aber die dazugehörigen Daten wie die Anschrift sind dabei so zu beseitigen, dass sie nicht nachvollzogen werden können. Einfach alle Fotos inclusive der Adresse zu veröffentlichen, so lange sich der Bewohner nicht explizit dagegen ausspricht, ist mit dem deutschen Recht nicht vereinbar. Auch dürfen keine Fotos von Menschen veröffentlicht werden, wenn sich durch die Zuordnung zu der angegebenen Adresse, für Jeden ihre Namen ermitteln lassen. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere plant für den 20. September eine Beratung mit allen Beteiligten, um eine Einigung zu erzielen. Diese Vorschlag zeigt allerdings nur, dass auch das Innenministerium nicht ernsthaft an einer Einhaltung der deutschen Gesetze interessiert ist, da eine Solche diese Beratung unnötig machen würde.

Eine Antwort für “Street View und kein Ende”

  1. [...] Diskussion um den Google-Dienst Street View, hat wieder den Datenschutz im Internet in den Focus des öffentlichen Interesses gerückt. Das [...]

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