Neuer Hype? Die Hör-Drogen

Von , 11. August 2010 10:33

Drogen kann man neuerdings nicht nur rauchen, spritzen, oder schlucken, sondern auch hören. Seit Neuestem werden im Internet Geräuschdateien angeboten, die beim Hörer einen ähnlichen Rauschzustand auslösen sollen. Das Töne entspannend oder anregend wirken können, ist bekannt. Bei den hier angebotenen Audio-Dateien werden Frequenzen übertragen, durch die die Hirnaktivität beeinflusst werden soll. Unabhängige Tester, die sich dem Hörrausch unterzogen, konnten eine solche Beeinflussung allerdings nicht bestätigen. Die von einigen begeisterten Nutzern erwähnte Wirkung dürfte wohl größtenteils in der “Mitarbeit” des Hörers liegen, einem Placeboeffekt, der eine Stimmulierung des Belohnungssystems im Gehirn auslöst. Dazu kommt, dass diese Audio-Droge ausschließlich von Jugendlichen genutzt wird, deren Hormonhaushalt durch die pubertären Schwankungen leichter zu manipulieren ist. Das lassen sich die Anbieter allerdings gut bezahlen. Bis zu 200 Euro kostet ein Download. Frei von Nebenwirkungen, wie von den Anbietern versprochen, ist der Konsum der Hör-Drogen jedoch nicht. Die “Musik“, der jede harmonische Tonfolge fehlt, muss für ihre Wirksamkeit sehr laut eingestellt werden. Das führt einerseits zu einer massiven Schädigung des Gehörs und andererseits ist unser Gehirn nicht durch Erfahrung auf die Dissonanz der Töne vorbereitet, so dass sie auch nicht verarbeitet werden können. Da unser Gehirn aber jede erhaltene Information irgendwo speichern muss, geschieht dies bei dieser Hör-Droge in den Bereichen, die für Angst zuständig sind. Angstattacken und Schlafstörungen sind die Folge.

Eine Antwort für “Neuer Hype? Die Hör-Drogen”

Antwort hinterlassen