Zu mehr Wachsamkeit im Internet haben das deutsche Bundeskriminalamt und der Branchenverband Bitkom die Nutzer aufgerufen. BKA-Chef Jörg Ziercke, warnte auf einer Pressekonferenz in Berlin: “Kriminelle kapern vermehrt Rechner argloser Nutzer, um Straftaten zu begehen und dabei möglichst unerkannt zu bleiben“. Der Internet-Verband Bitkom kritisierte in dem Zusammenhang, das noch circa 20 Prozent aller User ohne einen Virenschutz im Netz surfen. Dabei haben über vierzig Prozent aller Internetnutzer im vergangenen Jahr Probleme mit Viren gehabt. Dabei werden nicht nur die Computerprogramme beschädigt, das Ziel vieler Viren-Atacken ist die Sammlung von privaten Daten. Bereits 3,5 Millionen Deutschen wurden übers Internet schon private Daten gestohlen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière kündigte jetzt eine Initiative an, die sich auf Regierungsbasis mit den Problemen die durch und im Internet entstehen können beschäftigt: “Im Herbst wird es ein Eckpunktepapier geben zu der Frage, was die Rolle des Staates im Internet ist und wie er die Freiheit im Internet schützen kann“. Dabei wird es unter anderem um Datensicherheit, Schutz des Persönlichkeitsrechts und Internetkriminalität gehen.
Nach der Bekanntgabe von Google, sein Online Tool Street View noch in diesem Jahr auch in Deutschland zu eröffnen, kam es zu heftigen Gegenreaktionen seitens der Deutschen. Die Selbstverständlichkeit mit der das Unternehmen das Recht für sich beanspruchte, Häuser und ihre Bewohner zu zeigen, empfinden die meisten Menschen als Zumutung. Zwar räumte Google ein, dass auf Anfrage Gesichter, Fahrzeugkennzeichnung und Hausnummern unkenntlich gemacht werden können, aber ein großer Nutzen für die anonym bleiben wollenden Menschen ist das nicht, wenn neben ihren gepixelten Hausnummern die Nummern ihrer Nachbarn zu sehen sind. Außerdem haben sich bereits erste selbst ernannte Internetpiraten gemeldet, die vorhaben gepixelte Adressen heraus zu suchen, um diese gesondert im Internet zu veröffentlichen. Zwar gibt es in Deutschland kein Recht am Abbild des Eigentum, Häuser dürfen also durchaus fotografiert und die Bilder veröffentlicht werden, aber die dazugehörigen Daten wie die Anschrift sind dabei so zu beseitigen, dass sie nicht nachvollzogen werden können. Einfach alle Fotos inclusive der Adresse zu veröffentlichen, so lange sich der Bewohner nicht explizit dagegen ausspricht, ist mit dem deutschen Recht nicht vereinbar. Auch dürfen keine Fotos von Menschen veröffentlicht werden, wenn sich durch die Zuordnung zu der angegebenen Adresse, für Jeden ihre Namen ermitteln lassen. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere plant für den 20. September eine Beratung mit allen Beteiligten, um eine Einigung zu erzielen. Diese Vorschlag zeigt allerdings nur, dass auch das Innenministerium nicht ernsthaft an einer Einhaltung der deutschen Gesetze interessiert ist, da eine Solche diese Beratung unnötig machen würde.
Wie zahlreiche Internet-Dienste berichten, ist es beim Freemail-Anbieter GMX zu einer technischen Panne gekommen. Von den insgesamt 14 Millionen Accounts konnten knapp zehn Prozent nicht erreicht werden, also rund 1,4 Millionen Postfächer.
Seit halb fünf nachmittags ist wieder jedes Postfach erreichbar teilte GMX mit. Zu den Gründen des Ausfalls wollte der Anbieter keine Stellung nehmen. Auf der Webseite von GMX sucht man vergeblich nach einer Stellungnahme.
Ein neuer, extrem gefährlicher Internetvirus, wurde jetzt in Slowenien entwickelt und eingesetzt. Die slowenische Polizei ermittelt mit Unterstützung des FBI gegen drei junge Slowenen. Die Verdächtigen sind alle unter 25 Jahre alt und haben eine Ausbildung zum Informatiker abgeschlossen. Mit Hilfe des Virus verschafften sie sich Zugang zu Kreditkarten und Passwörtern. Dafür infizierten sie über 13 Millionen Computer mit ihrem Virus, darunter auch zahlreiche US-Firmen und mehr als 40 Banken. Nach Angaben des slowenischen Fernsehsenders 24ur, verkauften sie den Virus auch an spanische Computerhacker, die ihn ihrerseits weiter verbreiteten. Wie groß der entstandene Schaden ist, konnte noch nicht abschließend bestimmt werden.
Für heftige Diskussionen in der Netzcommunity, sorgte derzeit eine Debatte im US-Senat. Dort wird über die Möglichkeit beraten, einen Ausschalt-Knopf für das gesamte Internet für „Notfälle“ dem jeweiligen Präsidenten zur Verfügung zu stellen. Erschreckend dabei ist, dass sich in dieser Frage ausnahmsweise die linke und die libertäre Rechte einig sind.
Sinn des vorgelegten Gesetzentwurfs soll es sein, das Internet vor ausländischen Hackern zu schützen. Das bei einem Abschalten durch den Präsidenten genau das Selbe passiert, wovor man sich schützen will, lässt die Idee wenig sinnvoll erscheinen. Allerdings lässt sich durch solch eine Maßnahme, die Verbreitung brisanter Informationen unterbrechen, bis andere Maßnahmen zu ihrer Unterdrückung getroffen werden konnten. Technisch wäre ein solcher Ausschalt-Knopf durchaus möglich. Hoffen wir, dass es der amerikanischen Regierung nicht gelingt, dieses Gesetz durchzusetzen. Sonst, dass ist wohl klar, dürfte die Diskussion auch ganz schnell nach Europa übergreifen.