Category: Datenschutz

Apple muss Schadensersatz für Datensammlung leisten

Von , 18. Juli 2011 18:02

Im April war bekannt geworden, dass Apple auf iPhone und iPad sehr umfangreiche Geodatenbanke angelegt hatte, auf denen die Bewegungsdaten der Tablet- und Smartphonenutzer gespeichert wurden. Dies sollte zur Erleichterung der Ortung der jeweils am nächsten liegenden Funkmasten dienen. Das die dabei gespeicherten Bewegungsdaten der Nutzer auch missbraucht werden könnten, hatte das Unternehmen nicht bedacht. Kurz nach der Bekanntgabe entschuldigte sich Apple für das Versäumnis und lieferte ein Update nach, dass diese gespeicherten Daten löschte. Der Fehler könnte allerdings noch ein finanziell schweres Nachspiel für Apple haben. Wie jetzt bekannt wurde, entschädigte Apple in Südkorea einen klagenden Kunden mit einer Summe von umgerechnet 670 Euro, nachdem ein Gericht dem Kläger Recht gab und Apple zum Schadensersatz verpflichtete. Zwar ist diese Summe für Apple nicht viel, allerdings könnte dadurch eine große Klagewelle ausgelöst werden. Seit Bekanntgabe des Gerichtsurteils versuchen Anwaltskanzleien Sammelklagen anzustrengen und inserieren, um interessierte iPhone-Nutzer dafür zu gewinnen.

Kartellamt nimmt Google ins Visier

Von , 30. Juni 2011 10:37

Die US-amerikanische Kartellbehörde FTC, hat jetzt Ermittlungen gegen den Internetriesen Google eingeleitet. Gezielt werden die „Geschäftsgebaren“ im Bereich Suchmaschine und Werbung geprüft. Nach Ansicht der Ermittler nutzt Google seine Dominanz auf dem Suchmaschinenmarkt wettbewerbswidrig aus. Geprüft wird unter anderem, ob Google bei der Webseitensuche die eigenen Werbeangebote vor denen der Konkurrenz schaltet. Bereits seit mehreren Jahren ermittelt die FTC gegen große Internetfirmen wegen vermuteter Verstöße gegen das Kartellrecht. Das meiste Geld verdient Google aktuell über Werbung in den Suchergebnissen. Mit knapp 11 Milliarden Dollar Einnahmen Googles, das entspricht rund 7,6 Milliarden Euro, rechnen Marketingfirmen in diesem Jahr allein für das Anzeigengeschäft. Das sind fast 40 Prozent mehr, als im Vorjahr. Auch die EU-Kommission prüft seit November vergangenen Jahres, ob Google seine Vormachtstellung als Suchmaschine ausnutzt, um die Suchergebnisse zu manipulieren.

Innenminister warnt vor Hackerangriffen

Von , 16. Juni 2011 17:33

Der deutsche Innenminister, Hans-Peter Friedrich, hat jetzt in einer offiziellen Erklärung vor Hackerangriffen auf deutsche Versorgungsnetze gewarnt. In einem Interview, dass er der “Frankfurter Rundschau” gab, mahnte Friedrich, dass vor allem die Gefahr für “kritische Infrastrukturen wie etwa die Strom- und Wasserversorgung” steige. Davon würde unter Umständen auch ein großer Teil der deutschen Bevölkerung betroffen sein, weshalb er Maßnahmen zur Bekämpfung von Hackerattacken als notwendig erachte. Friedrich: “Um dies zu verhindern, hat die Bundesregierung eine Cyber-Sicherheitsstrategie entwickelt”. Dafür soll am heutigen Donnerstag in Bonn ein neues “Zentrum zur Abwehr von Hackerangriffen” eröffnet werden. Über dessen genaue Aufgabenstellung äußerte sich der Inneminister nicht. Er verwies aber darauf, dass die Angriffe immer dreister und schwerer würden und deshalb auch mit entsprechender Schärfe darauf reagiert werden müsste.

Regierung verwirft Seitensperren durch Stopp-Schild

Von , 30. Mai 2011 07:48

Das Bundeskabinett hat jetzt den neuen Gesetzesentwurf beschlossen, nachdem Kinderpornografie im Internet nicht durch die von Frau von der Leyen geplanten “Stopp-Schilder”, sondern durch das sinnvollere Löschen der Seiten bekämpft werden soll. Die Sperrung der Seiten war ursprünglich, gegen den Protest von Betroffenen und Experten, von der großen SPD/CDU-Koalition beschlossen worden. Außerdem hätte das Verfahren eine generelle Zensur von Webseiten möglich gemacht. Inzwischen mussten auch die Regierungsbehörden einsehen, dass die bisherige Handhabung, entdeckte Seiten mit Kinderpornografie zu melden und zu löschen, wesentlich besser funktioniert und langfristig erfolgreicher ist, als ein “Stopp-Schild” davor zu installieren. Außerdem beschloss das Kabinett eine Visa-Warndatei einzurichten, in der Personen registriert werden, die im Bereich Menschenhandel, Prostitution und Schwarzarbeit verurteilt wurden. Botschaften sollen zukünftig berechtigt sein, den in dieser Datei aufgeführten Personen die Einreise in ihr Land zu verweigern.

Unsichere E-Mail-Einschreiben

Von , 5. Mai 2011 13:38

Die von der Deutschen Post mit Unterstützung der Regierung eingeführten Online-Einschreibe-Briefe, sind nicht annähernd gut genug gesichert, wie der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisierte. Er fordert ein “deutlich höheres Schutzniveau”, als das bei einfachen E-Mails gegeben ist, da per Einschreiben immer auch sensiblere persönliche Informationen weitergeleitet werden. Derzeit ist es für die Anbieter dieser Online-Einschreiben nicht vorgeschrieben, dass die Mails durchgängig verschlüsselt übermittelt werden. Im Gegenteil. Die Mail wird mindestens ein mal entschlüsselt, um sie auf Viren und andere Schadsoftware zu überprüfen. Schaar: “Bei der Übermittlung sensibler Inhalte – etwa von Gesundheitsdaten – müssen nun die verantwortlichen Stellen, etwa die Krankenkassen, für eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgen. Ich setze auch darauf, dass die De-Mail-Anbieter entsprechende Lösungen entwickeln, die einfach zu bedienen sind.” Natürlich sind die Sicherheitsmängel allseits bekannt. Trotzdem greifen schon jetzt viele Kunden darauf zurück um die höheren Kosten für normale Einschreiben zu sparen. Allerdings sollte jedem der dieses Angebot nutzt auch klar sein, dass er damit keine sehr sichere Anwendung gewählt hat.